Akademische Schießsportvereinigung Aachen

Um bei der ASVA mit zu machen, muss man nicht zwingend aktiv im Schießsport unterwegs sein. Wenn Du Dich für Hochgeschwindingkeitsfotografie, Materialwissenschaft oder Robotik interressierst, bist Du bei uns ebenfalls richtig. Wir beschäftigen uns damit, Fragestellungen rund um den Schießsport zu ergründen. Sieh einfach einmal in die untenstehende Projektliste, und schaue, ob etwas dabei ist, dass Dich interessiert. Eventuell findet sich ja auch etwas, dass als Thema für eine Studien-, eine Bachelor- oder Masterarbeit interessant ist.

 

Fallscheibenanlage (Mechanik)

Im Vorgriff auf die Schießerlaubnis in unserem Schießcontainer planen wir den Aufbau einer Fallscheibenanlage.

Projektziel Als besondere Herausforderung soll die Anlage ohne die sonst üblichen Bleiemissionen arbeiten. Das setzt voraus, dass keine Metallscheiben verwendet werden, an denen die Projektile zerplatzen. Als Alternative bieten sich zugelassene Fallscheiben aus Kunststoff an. Davon haben wir bereits einen Satz beschafft. Da wir auf kürzere Distanz schießen als in der Sportordnung angenommen, sind wie üblich die Ziele entsprechend verkleinert. Anstelle der vorgesehenen 20cm-Scheiben verwenden wir für EinsteigerInnen 15 cm Scheiben. Für das Wettbewerbstraining kommen dann 8cm-Scheiben zum Einsatz. Als weitere Herausforderung ist der weitgehende Verzicht auf sonstige metallische Komponenten wie Scharniere, Schrauben etc. zu erwähnen. Da im Schießcontainer der Abstand der SchützInnen zum Ziel gering ist, müssen umherfliegende Metallteile bei Fehlschüssen unbedingt verhindert werden. Ist die Verwendung von Metallteilen unumgänglich, sollten diese nicht schwerer als 0,5 Gramm sein. Davon ausgenommen ist nur die Technik, die zur automatischen Aufstellung der Scheiben dient, sofern sie hinter dem Sockel, bestehend aus Schießblöcken aus verklebtem Gummigranulat, montiert ist.

Projektkosten ca. 200 Euro (Material) je Fallscheibenanlage (zwei werden benötigt)

Finanzierung Verein Aix Point Shooting Club

Fortschritt September 2016 Wir haben einen ersten Prototypen gebaut. Es ist nur ein Demonstrator für den Mechanismus mit nur einer Fallscheibe. Regulär stehen im Wettbewerb 5 Fallscheiben nebeneinander. Der Mechanismus ist hinter einem 10 x 10 cm Fichtenbalken (im oberen Bild mit roter Front) als Kugelschutz aufgebaut. Die Fallscheibe steht auf einem schmalen Brett hinter dem Balken. Im Moment ist dieses Brett mittels zweier dünner Tackernägel am Balken befestigt. Sollten diese Nägel ein Sicherheitsrisiko darstellen ließe sich die Konstruktion auch nagelfrei ausführen. Entweder das Aufstellbrett wird geklebt oder statt zweier Hölzer wird ein 10 x 12 Balken verwendet, aus dem eine Nut zum Aufstellen der Scheiben herausgefräst wird. Alle Scharniere wurden aus Gewebeband (wie man es bei Rollläden verwendet) realisiert. Befestigt wurden sie mittels Heftklammern, die extrem leicht sind. Hinter der Fallscheibe ist wagerecht ebenfalls mit dem "Gewebebandscharnier" ein Aufstellbrett angebracht. In der endgültigen Version sollen mit einem solchen Brett alle Fallscheiben auf einmal aufgerichtet werden.

Fortschritt Juni 2017 Ein Demonstrator in voller Breit wurde gebaut. Damit stehen nun 2 x 5 Fallscheiben nebeneinander zur Verfügung. Erste Tests zeigen, dass die Fallmechanik wie gewünscht funktioniert, Die Fallscheiben aus Kunststoff werden sicher bei einem Treffer zu Fall gebracht. Der Balken zum Schutz der Mechanik (Opferbalken) kann 9x19-Geschosse jedoch nicht sicher aufhalten, so das ein zweiter Balken nötig ist.

Fortschritt Dezember 2017 Unser Pokalschießen war ein erster Belastungstest für die Fallscheibenanlage. Nach etlichen Schüssen unter die Fallscheiben in die Opferbalken setzen diese weiteren Schüssen nicht mehr genug Widerstand entgegen, so dass einzelne Geschosse bis zur Mechanik vordringen. Häufige Treffer in die Fallscheiben (die inzwischen aus Weich-PVC sind) haben diese sehr gut überstanden. Als Schwachstelle hier hat sich das Gewebeband als "Scharnier" erwiesen. Der hohe Impuls beim Auftreffen der Geschosse arbeitet die Klammern aus dem Kunststoff, so das (zu) häufig nachgetackert werden muss.

 

 

Abzugstrainer (Mechanik, Elektronik)

Gerade AnfängerInnen im Schießsport haben Probleme mit dem Abzug der Sportwaffen. Das bekannte "Verreißen", also das Bewusste abdrücken, führt zu mehr oder weniger deutlichen Fehlschüssen, bis hin zum Verfehlen der Zielscheibe.

Projektziel Es soll ein Abzugstrainer gebaut werden, der es im Trockentraining ermöglicht, den Druckaufbau beim Abziehen exakt zu trainieren. Dazu soll es eine optische Rückmeldung am Trainingsgerät geben, mit dem auf das Gramm genau der aktuelle Druck auf den Abzug an einem Simulator in einem Display angezeigt wird. So soll es im Trockentraining möglich werden, einen stetigen Druckaufbau einzuüben.

Projektkosten ca. 200 Euro (Material)

Finanzierung Verein Aix Point Shooting Club

Fortschritt Juli 2016 Ein Sportgriff eines alten Revolvers wurde so umgebaut, dass er einen 1911er Abzug geführt aufnehmen kann. Eine Druckmesszelle samt Auswerteelektronik und LCD-Anzeigeeinheit wurde aus einer preiswerten Küchenwaage "extrahiert" und so umgebaut, dass die Druckmesszelle in den Griff passen sollte. Die Anzeigeeinheit soll oberhalb des Griffes befestigt werden.

 

Hülsenrecycling (Robotik, Maschinensehen)

Im Schießsport werden von vielen SportlerInnen die leergeschossenen Hülsen am Schießstand aufgesammelt und später wiedergeladen. Dazu ist bislang die händische Sortierung der Hülsen nach Kaliber, Zustand und gegebenenfalls Fabrikat erforderlich. Diese Sortierarbeit wird üblicherweise von Hand ausgeführt.

Projektziel Es soll eine Sortiereinrichtung auf Basis eines einfachen Roboterknickarms, einer Kamera und einer Steuerung mittels LabView entstehen. Der Roboterarm soll aus einem lose geschütteten Haufen leerer Hülsen jeweils eine herausgreifen und den Boden vor eine Kamera halten. Der Steuerungscomputer soll dann mittels Bilderkennung die ringförmige Beschriftung ablesen und die Hülse sortiert nach Hersteller und Kaliber in das passende Sortierbehältnis legen. Es wird ein Durchsatz von 1.000 Hülsen pro Stunde angestrebt.

Projektkosten ca. 3.000 Euro (Material)

Finanzierung Verein Aix Point Shooting Club

 

Entzündern von Hülsen mit Berdanzündung (Mechanik)

Die Wiederlader unter uns sind ständig auf der Suche nach leeren Hülsen. Viele auf den Schießständen anfallenden leeren Hülsen im Kaliber 9x19 haben aber keine Boxer-Zündung, bei denen sich die abgeschlagenen Zündhütchen einfach aus der Hülse drücken lassen. Sie verwenden die Berdanzündung, bei der statt eines zentralen Zündkanals zwei exzentrische Zündkanäle existieren. Um auch solche Zündhütchen entfernen zu können, haben wir vor einiger Zeit ein hydraulisch arbeitendes Entzünderungsgerät gebaut (oder eher gebastelt..., siehe Bild). Allerdings ist dessen Nutzung mit einer regelrechten Wasserschlacht verbunden, die den Einsatz in bewohnten Räumen eher problematisch erscheinen lässt.

Projektziel In diesem Projekt soll es darum gehen, die Idee der hydraulischen Entzünderung zu Perfektionieren. Am besten so, dass das verwendete Wasser in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert.

Projektkosten ca. 500 Euro (Material)

Finanzierung Verein Aix Point Shooting Club

Fortschritt Juni 2016 Aus Baumarksteilen wurde ein erster Versuchsaufbau erstellt. Grundsätzlich funktioniert er, die Handhabung ähnelt aber eher einer Wasserschlacht als einer sorgfältigen Vorbereitung für das Widerladen

Fortschritt Oktober 2016 Wir haben eine kleine Drehbank bestellt, die zusammen mit der inzwischen vorhandenen Fräsmaschine demnächst den Bau präziserer Prototypen ermöglichen soll

 

Schußanalyse per Actioncam (Elektronik, Bildverarbeitung)

Die alte Frage: Wohin habe ich gezielt als der Schuss brach? Bisherige Systeme zur Schussanalyse arbeiten mit Infratorlasern und entsprechenden Sensoren im Ziel. Solche Systeme sind jedoch nicht nur sehr teuer, sondern bedingen auch Umbauten am Schießstand, die im Zweifelsfall eine teure Beauftragung eines Sachverständigen notwendig machen können. Auf fremden Ständen ohne passende Infrastruktur können sie nicht genutzt werden.

Projektziel Uns schwebt eine Lösung vor, die mittels einer Zeitlupen-Actioncam an der Picatinnyschiene der Sportwaffe befestigt wird. Die Kamera zeichnet die Bewegung der Sportwaffe dadurch auf, das sie in Richtung der Zielscheibe sieht und die Bewegung des Zielkreises im Kamerabild als Bewegung der Sportwaffe interpretiert (da man ja davon ausgehen kann, dass sich unsere Zielscheiben nicht bewegen). Nach dem Schuss soll eine App auf einem Tablet den Videoclip sofort auswerten und eine Trackinglinie auf der Scheibe vor und nach dem Schuss zeichnen. So können der Bewegungsverlauf und eventuelle SchützInnenfehler wie das Verreißen des Abzugs ergründet werden.

Projektkosten ca. 600 Euro (Material)

Finanzierung Verein Aix Point Shooting Club

Fortschritt März 2016 Es existiert ein experimenteller Aufbau aus kabelgebundener Videokamera (1/4"-Chip) mit Picatinny-Montage (z.B. für die Glock 20) und Kontrollmonitor. So kann jetzt das Scheibentracking live eingeschätzt werden. Aktuell wird mit einem M12-16mm Objektiv gearbeitet, welches die Scheibe aber noch recht klein darstellt. Ein 50mm Teleobjektiv ist bestellt und soll eine genauere Erfassung der Zielscheibe erlauben.

Fortschritt April 2016 Inzwischen ist das Teleobjektiv eingetroffen und eingebaut. Wie erwartet lässt sich nun die Zielscheibe so groß abbilden, das Versuche mit einer Software zur Bewegungserkennung aufgenommen werden können. Für eine Trefferfeststellung scheint die Auflösung aber noch nicht zu reichen, so dass die Suche nach einem noch stärkeren Teleobjektiv parallel weitergeht.

Fortschritt September 2016 Ein erster Versuch mit einer Software (OpenCV) auf einem Android-Tablet ist erfolgreich verkaufen. Der schwarze Bereich der Zielscheibe ab der 7 konnte von der Software stabil auch bei heftigen Kamerabewegungen ermittelt werden. Der Mittelpunkt des Ziel ist so trackbar.